Patienten
 
   

Angriff auf die kleinen Blutgefäße:
Die Komplikationen des Diabetes mellitus


Alljährlich verursacht der Diabetes in Deutschland

  • 28.000 Amputationen
  • 27.000 Herzinfarkte
  • 44.000 Schlaganfälle
  • mehr als 8.000 neue Dialysefälle

und ca. alle 6 Stunden erblindet ein Mensch an den Folgen der diabetischen Retinopathie.

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes beeinflusst nicht nur das tägliche Leben der Patientinnen und Patienten mit der Notwendigkeit zu Diät oder dem Spritzen von Insulin, der Gefährdung durch Koma (bei zu hohem Blutzucker) oder hypoglykämischem Schock (bei starkem Blutzuckerabfall durch eine zu hohe Insulindosis). Mit zunehmender Zeitdauer werden vor allem auch die kleinen Blutgefäße des Körpers, die so genannte Mikrozirkulation in vielen Organen nachhaltig geschädigt.

Ganz besonders dramatisch ist indes die Auswirkung des Diabetes auf die Mikrozirkulation in unserem wichtigsten Sinnesorgan, dem Auge. Es kommt zur Schädigung der Netzhaut, der hochsensiblen Schicht im Inneren des Auges, die ähnlich wie der Film im Fotoapparat für das Bild, das wir uns von der Umwelt machen, entscheidend ist. Man spricht von der diabetischen Retinopathie, die bei Diabetikern häufig und für dieses chronische Leiden charakteristisch ist. Diabetische Augenveränderungen müssen rechtzeitig erkannt werden, damit mit den Möglichkeiten der modernen Medizin geholfen und das Sehvermögen bewahrt werden kann.

Die folgenden Seiten sollen Sie über die diabetische Retinopathie informieren. Die Gefahren, die dem Sehvermögen des Diabetikers drohen, sollen deutlich gemacht werden - doch gleichzeitig gibt es auch die Chancen: Die Früherkennung diabetischer Augenveränderungen ist zusammen mit einer guten Blutzuckereinstellung die beste Voraussetzung für den Schutz dieses so eminent wichtigen Sinnesorgans. Die Behandlung der diabetischen Retinopathie hat in den letzten Jahren, vor allem im chirurgischen Bereich für fortgeschrittene Fälle, enorme Fortschritte gemacht. Am Horizont zeichnen sich bereits weitere, momentan noch im Stadium der klinischen Erprobung befindliche Behandlungsmöglichkeiten ab. Rechtzeitige Diagnose und, so erforderlich, Therapie sind indes nur möglich, wenn der Patient das Angebot der Früherkennung nutzt.